Ein schwarzer Labrador läuft durch den Wald
21. August 2021
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2 Minuten
Astrid Kurbjuweit

Franza ist nicht das Frauchen, sie ist die Chefin von Flipper, dem schwarzen Labrador. Flipper ist ein ganz normaler Hund, eigentlich. Aber obwohl er ausgesprochen wohlerzogen ist und aufs Wort gehorcht, wird doch schnell klar, wer von den beiden der Chef ist.

„Wer einen Hund hält, muss mit einer Leiche rechnen.“ So steht es auf dem Klappentext, und das ist Franzas Überzeugung. Aber dass Flipper die Leiche gleich auf der ersten Seite findet, das hätte nun doch nicht sein müssen. Obwohl sie überzeugt ist, dass sie damit hätte rechnen müssen, trifft es sie doch etwas heftig.

Aber der Schock geht vorüber, und er macht einer ausgeprägten Neugierde Platz. Franza interessiert sich für den Toten, für den Täter, für den Mordfall, und ja, auch für den ermittelnden Kommissar. Letzteres Interesse nimmt vielleicht etwas zu viel Raum im Buch ein, aber trotzdem ist es ganz eindeutig ein Krimi, keine Liebesgeschichte. Das wird spätestens klar, als Flipper auch noch die Mordwaffe findet. Er weiß sofort, was er da hat, nur Franza braucht etwas länger, bis sie begreift.

Flipper ist an allen diesen Leuten und Zusammenhängen deutlich weniger interessiert, trotzdem ist sein Beitrag zur Aufklärung des Falles nicht zu unterschätzen. Ohne Flipper würde der Mörder heute noch frei herumlaufen.

Mit ihrer Neugierde und ihrer Ermittlungstätigkeit bringt Franza sich und Flipper immer wieder in unerwartete bis gefährliche Situationen. Natürlich fängt sie sich auch Ärger mit dem Kommissar ein, der seine polizeilichen Ermittlungen nicht gestört sehen will und doch Franzas und Flippers Erfolge nicht missen möchte.

Das Buch ist spannend, der Schreibstil witzig, der Plot stimmt. Da sind keine Widersprüche, keine unglaublichen Zufälle, es passt einfach, es ist, zumindest im Kopf des Lesers, wirklich so passiert. Und das kann noch nicht lange her sein, zu deutlich findet alles heute statt, in unserer durch technisierten Welt, spielt mit unseren heutigen Idealen und Traumvorstellungen. Franza ist Fitnesstrainerin, der Kommissar ein durchtrainierter Athlet, Flipper ein intelligenter, freundlicher Hund, der jeden um den Finger wickelt. Lauter sympathische, attraktive Protagonisten. Welch entscheidende Rolle die verschiedenen, hochfliegenden Vögel spielen, erfährt der Leser im Laufe der Lektüre.

Am Ende bleiben gemischte Gefühle. Die Erleichterung, dass es nochmal gut ausgegangen ist, und das Bedauern, dass es schon zu Ende ist. Als Trost bleibt, dass Franza und Flipper noch in weiteren Büchern ermitteln werden.

Beitragsbild:S E Davison/Shutterstock