Pekingese oder Pekinese
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Astrid Kurbjuweit
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Der Hund, der im Alltagssprachgebrauch häufig als Pekinese bezeichnet wird, heißt offiziell Pekingese, schließlich stammt er auch tatsächlich aus Peking. Dort lebte er bis zum 19. Jahrhundert ausschließlich im kaiserlichen Palast, weswegen er auch als Peking-Palasthund bezeichnet wird. Um die Herkunft des Pekinesen ranken sich eine Menge Legenden, wie es sich für einen echten Adligen gehört. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelangte der Hund nach Großbritannien, von dort hat er sich über die ganze Welt verbreitet. Das Privileg der Kaiser von China, alleine diesen schönen Hund halten zu dürfen, existiert also nicht mehr.

Die wegen ihres Aussehens auch als Löwenhund bezeichnete Rasse wird im FCI-Standard Nr. 207 beschrieben. Dort gehört sie zur Gruppe 9, zu den Gesellschafts- und Begleithunden, zur Sektion 8: japanische Spaniel und Pekingesen. Pekingesen sind kleine Hunde. Auch wenn die Größe im Standard nicht angegeben ist, so sollen Rüden nicht mehr als 5 kg wiegen, Hündinnen nicht mehr als 5,4 kg. Der Kopf erscheint groß, mit kurzer Schnauze und großen Augen. Das Gesicht sollte schwarz gefärbt sein, was als Maske bezeichnet wird, das Fell kann alle Farben haben. Der Körperbau ist kurz und kräftig. Der Kopf ist von einer Mähne umgeben, die dem Hund ein löwenartiges Aussehen gibt. Und auch wenn im Rassestandard angegeben ist, dass die wohlgeformte Gestalt des Hundes nicht durch Fülle und Länge des Haares verschleiert werden sollte, so ist dieses doch sehr oft der Fall. Das Aussehen des Hundes wird von diesem bemerkenswerten Haarkleid mit der dichten Unterwolle dominiert.

Das Wesen des Pekinesen

Der Pekingese ist eher ruhig als lebhaft, er braucht auch mehr Ruhe als Bewegung. Er fühlt sich eher einem einzelnen Menschen zugehörig, nicht so sehr einer großen Familie. Pekinesen zeichnen sich durch einen gewissen Eigensinn aus, sie sind zwar durchaus erziehbar, entscheiden aber oft selbst, wann sie hören und wann nicht. Dabei sind sie selbstbewusst und durchaus lernwillig. Pekingesen leisten Gesellschaft, fordern aber auch Aufmerksamkeit, sie stehen gerne im Mittelpunkt. Pekinesen sind reine Luxushunde, die nicht arbeiten, aber eine Menge Arbeit machen. Dafür sind sie anhänglich und treu.

Pflege des Pekingesen

Pekinesen haben durch ihr außergewöhnliches Fell einen hohen Pflegeaufwand, der in keinem Fall vernachlässigt werden sollte. Wenn das Haar verfilzt, was sehr leicht geschieht, dann leidet der Hund. Wer also einen Pekinesen halten möchte, der sollte in jedem Fall viel Zeit für die Pflege einplanen. Bei den meisten Pekinesen reicht das Fell bis auf den Boden, der Hund sammelt also beträchtliche Mengen Dreck auf, wenn er draußen herumläuft. In der Praxis muss man sich also entscheiden, ob man den Hund im Naturzustand belassen will, was jeden Spaziergang zu einer Dreckschlacht werden lässt, oder ob man die Haare so weit kürzt, dass sie nicht mehr über den Boden schleifen.

Gesundheit

Aufgrund des kurzen Fanges haben viele Pekingesen Atemprobleme. Es wird versucht, diesem Problem durch geeignete Zuchtwahl zu begegnen, aber ausschließen lässt es sich nicht. Die etwas vorstehenden Augen machen öfter Augenprobleme, die aber durch geeignete Pflegemaßnahmen verhindert werden können. Die Hautfalte im Gesicht der Pekingesen kann zu Entzündungen, Atemproblemen oder Augenproblemen führen. Es sollten also nur solche Hunde zur Zucht verwendet werden, deren Hautfalte keine solchen Probleme macht. Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass die Welpen Probleme mit der Hautfalte bekommen. Durch regelmäßiges Reinigen und Trocknen der Falte lässt sich Entzündungen vorbeugen.

Die Geburten gestalten sich häufig problematisch, wenn man züchten möchte, sollte man also einen guten Tierarzt in der Nähe haben. Ansonsten sind Pekingesen robuste Hunde, die keine besonderen Gesundheitsprobleme haben. Natürlich müssen auch sie wie alle Hunde geimpft, entwurmt und entfloht werden. Wie die meisten kleinen Hunde haben auch Pekinesen eine eher hohe Lebenserwartung, 12, manchmal auch 18 Jahre können es werden.

Die gesundheitlichen Probleme des Pekingesen sind in vielerlei Hinsicht denen des Mopses vergleichbar. In beiden Fällen gibt es Versuche, außerhalb des offiziellen Standards Hunde zu züchten, die nicht so anfällig für die typischen Probleme sind. Von offizieller Seite wird darauf durchaus reagiert, so gab es erst kürzlich eine Anpassung des Rassestandards, die zeigt, dass die Probleme ernst genommen werden.

Haltung von Pekingesen

Pekingesen sind Luxushunde, die nicht ohne Überlegung angeschafft werden sollten. Der Pflegeaufwand ist beträchtlich, gesundheitliche Probleme sind nicht selten. Dies führt, trotz geringen Futterbedarfs, zu einer nicht unerheblichen finanziellen Belastung durch den Hund. Dafür brauchen Pekingesen wenig Bewegung, sind also auch für Stubenhocker und ältere Menschen gute Begleiter. Die Kehrseite davon ist, dass sie nicht nur Gesellschaft bieten, sondern auch brauchen. Wer einen Pekingesen halten möchte, sollte also viel Zeit haben und diese auch zu Hause verbringen können. Ständige Beschäftigung mit dem Hund ist dagegen nicht erforderlich.

Für wen ist ein Pekingese geeignet?

Pekinesen sind kleine Hunde mit aussergewöhnlichem Haarkleid. Sie brauchen nicht unbedingt viel Bewegung, aber sehr viel Pflege. Die Hunde sind eher zurückhaltend, viele fühlen sich bei einer alleinstehenden Person wohler als bei einer lebhaften Familie mit ständigem Kommen und Gehen. Dabei sind sie durchaus auch als Wachhunde geeignet. Ein Pekinese kann also zum Beispiel auch einer älteren Person Sicherheit und Gesellschaft bieten, die nicht mehr so gut auf den Beinen ist. Nur die Zeit für die aufwendige Fellpflege sollte aufgebracht werden können. Ein Pekinese ist nicht der richtige Hund für sehr sportliche Menschen, dafür kann er gut in der Stadt, auch in einer Etagenwohnung, gehalten werden.

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