Hund in einer Transportbox
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4 Minuten
Astrid Kurbjuweit
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Auch wenn der Hund immer nur Mitfahrer sein wird, muss er das Auto fahren lernen. Bellen, Angst, Stress und Erbrechen müssen nicht sein, wenn der Hund nach und nach ans Auto und an das Fahren gewöhnt wird. Dann ist das Fahren mit Hund auch für den Hundebesitzer angenehm.

Aus Gründen der Sicherheit ist es eine gute Idee, den Hund an eine Transportbox zu gewöhnen. Da so eine Box vielseitig verwendet werden kann, gewöhnt man am besten schon den Welpen daran. Wenn man das tut, bevor er seine erste große Reise zu seinen neuen Besitzern antritt, braucht der Welpe nicht schon gestresst und verängstigt dort anzukommen.

Gewöhnung an die Transportbox

Die Gewöhnung an die Transportbox beginnt zu Hause. Man stellt die Box zum Beispiel neben den Schlafplatz des Hundes, legt eine Decke hinein und macht sie auch sonst gemütlich. Mit etwas Glück geht der Hund von alleine hinein und besetzt die Box als Hundehütte. Wenn er das nach einigen Tagen noch nicht getan hat, dann kann man ein Leckerli oder einen Kauknochen in der Box platzieren. Wenn das auch nicht hilft, dann kann man ein Fangspiel mit Leckerlis veranstalten, bei dem nach einiger Zeit ganz zufällig ein Leckerli in der Box landet.

Wenn der Hund die Box nach einigen Tagen öfter betreten hat, kann man versuchen, die Verweildauer in der Box zu verlängern. Das geht am besten, wenn man nach dem Spaziergang und nach dem Fressen übt. Dann sucht der Hund sowieso einen Schlafplatz und wird sich leichter für längere Zeit dort aufhalten. Wenn er ein paarmal sein Nickerchen in der Box gehalten hat, kann man anfangen, die Box kurzzeitig zu verschließen. Man sollte dabei in der Nähe bleiben und schon nach wenigen Minuten die Box wieder öffnen. Nach und nach kann man dann die Verweildauer in der geschlossenen Box verlängern. Dabei bleibt man am besten immer in der Nähe, damit der Hund die Situation nicht als unangenehm kennenlernt. Später kann man dazu übergehen, sich zunächst für kürzere, später dann auch für etwas längere Zeit zu entfernen, während der Hund in der Box ist. Dabei sollte man nicht mit Lob und Belohnungen sparen.

Gewöhnung ans Auto

Wenn der Hund den Aufenthalt in der Transportbox als normal ansieht, kann man anfangen, die Box ins Auto zu stellen und jetzt dort zu üben. Das Üben mit Hunden, die ohne Box mit einem anderen Sicherungssystem transportiert werden sollen, beginnt dann an dieser Stelle.

Da der Hund die Box schon kennt und als etwas Angenehmes kennengelernt hat, wird er (hoffentlich) bereitwillig ins Auto springen, um zu seiner Box zu kommen. Falls er das nicht tut, wird das ins Auto springen genauso geduldig geübt wie das Betreten der Box. Der Hund sollte Gelegenheit bekommen, das Auto ausgiebig zu untersuchen.

Wenn er dann im Auto in seiner Box angekommen ist (oder eben auf seinem festgelegten Platz), dann steigt man selbst ein und schließt die Autotüren. Die erste Lektion ist damit schon beendet. Man steigt wieder aus, befreit den Hund, lobt ihn ausgiebig.

In den folgenden Übungsstunden verlängert man die Zeit, die sich der Hund im Auto aufhält, man lässt den Motor an, man fährt ein kurzes Stück und geht dort mit dem Hund spazieren. Dann werden die Strecken nach und nach länger. Wenn man dann immer mal wieder mit dem Hund Auto fährt, wird er das als etwas Angenehmes begreifen. Dabei ist es wichtig, dass am Ziel meistens angenehme Dinge zu erwarten sind, wie zum Beispiel ein Spaziergang in neuer, interessanter Umgebung. Wenn die Autofahrten immer nur den Tierarzt als Ziel haben, dann kann es schon sein, dass der Hund nicht so gerne ins Auto einsteigt. Insgesamt lernen Hunde aber im Allgemeinen schnell, dass es besser ist, im Auto mitzufahren, als alleine zu Hause zu bleiben.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Hund im Zusammenhang mit dem Auto fahren keine negativen Erfahrungen macht. Es darf nicht vorkommen, dass er in der Autotür eingeklemmt wird. Er darf nicht im Sommer im Auto alleine gelassen werden, weil die Hitze schnell unerträglich wird. Man sollte den Fahrstil so wählen, dass der Hund nicht unnötig Fliehkräften ausgesetzt wird. Auf längeren Strecken braucht der Hund Pausen (wie die Menschen auch). Wenn der Hund erst mal mit Angst auf das Auto reagiert, dann ist viel Mühe notwendig, um das wieder rückgängig zu machen.

Aussteigen

Ein Hund, der einfach so auf die Straße springt, lebt gefährlich. Man sollte also verhindern, dass der Hund sofort aus dem Auto springt, wenn man die Autotür oder die Tür seiner Transportbox öffnet. Dazu übt man am besten, dass der Hund sich auf Handzeichen hinsetzt und nur auf Aufforderung wieder aufsteht und aus dem Auto springt. Während der Hund sitzt, kann man die Leine befestigen. Auch wenn man in ungefährlicher Umgebung anhält, sollte der Hund immer zuerst Sitz machen, denn er weiß nicht, wann es ungefährlich ist und wann nicht. Wenn man immer das gleiche Ritual beim Aussteigen verwendet, kann es nicht zu Missverständnissen kommen.

Bellen und Aggressionen

Der Hund lernt ziemlich schnell, dass er hinter der sicheren Scheibe des Autos unangreifbar ist. Also fühlt er sich stark gegenüber Artgenossen, die draußen zu sehen sind. Manche Hunde drücken dies aus, indem sie jeden anderen Hund, den sie draußen sehen, anbellen. Es kann auch sein, dass dieses Bellen auf andere Lebewesen oder Gegenstände generalisiert, sodass Lastwagen, Menschen oder sonstiges angebellt werden. Die einfachste Lösung ist, den Hund in einer Hundebox zu transportieren. Diese Box kann im Auto so aufgestellt werden, dass der Hund nicht aus dem Fenster sehen kann. Für gewöhnlich gibt er dann Ruhe.

Das Gleiche gilt, wenn der Hund während der Fahrt vor lauter Stress ununterbrochen bellt. Auch hier kann man durch das richtige Aufstellen der Hundebox das Bellen verhindern. Dazu sollte man in diesem Fall das Übungsprogramm zur Gewöhnung ans Auto fahren noch einmal ganz von vorne beginnen und dabei den Hund immer wieder ausgiebig loben und belohnen, damit er lernt, dass Auto fahren etwas Angenehmes ist.

Übelkeit und Erbrechen, Reisekrankheit

Auch ein Hund kann beim Autofahren reisekrank oder seekrank werden. Es beginnt meistens mit vermehrtem Speichelfluss, Erbrechen kann, muss aber nicht kommen. In jedem Fall ist es für den Hund sehr unangenehm, im Falle von Erbrechen natürlich auch für die Menschen.

Die Bewegungen des Autos, verbunden mit allgemeinem Stress in der Situation, können die Übelkeit auslösen. Als Erstes kann man also versuchen, den Stress zu reduzieren und durch das oben geschilderte Lernprogramm das Auto fahren zu etwas Angenehmem zu machen. Dazu gehört auch der hundegerechte Fahrstil. Auch der Transport in einer Box, sodass der Hund nicht nach draußen sehen kann, kann helfen. Gefährdeten Hunden sollte man mehrere Stunden vor der Autofahrt nichts mehr zu fressen geben.

Welpen sind eher gefährdet als erwachsene Hunde, man kann also darauf hoffen, dass es mit zunehmendem Alter besser wird. Wenn im Extremfall überhaupt nichts hilft, oder keine Zeit mehr für das Lernprogramm ist, kann man sich vom Tierarzt Medikamente gegen die Übelkeit geben lassen. Das sollte aber nicht die Gewöhnung ans Auto fahren ersetzen.

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Beitragsbild:Kraeva Olga/Shutterstock