Haustier-Ernährung: Unterschiede zwischen Hunden, Katzen, Pferden und anderen Tieren

Warum jede Tierart ihr spezielles Futter braucht. Carnivoren, Herbivoren und Omnivoren unterscheiden sich grundlegend in ihren Bedürfnissen.
Hund und Pferd- sie teilen vieles, nur nicht das Futter
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10 Minuten
Astrid Kurbjuweit
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Wer mehrere Tiere hält, muss aufpassen, dass es mit dem Futter kein Durcheinander gibt. Zu gerne stibitzt der Hund das Katzenfutter, aber ist das auch gut für ihn? Worauf muss man achten?

Hundefutter kostet weniger als Katzenfutter, kann man das nicht auch der Katze geben?

Warum gibt es überhaupt diese Unterschiede in der Ernährung?

Haustier-Ernährung ist gar nicht so schwer, wenn man informiert ist über die jeweiligen Bedürfnisse der unterschiedlichen Tierarten.

Es gilt, dass jede Tierart ihr spezielles Futter braucht. Im Interesse der Tiere sollte man das wirklich beachten.

Pflanzenfresser, Fleischfresser, Allesfresser oder warum nicht jeder alles essen kann

Verschiedene Tierarten und auch der Mensch leben in unterschiedlichen ökologischen Nischen. Das bedeutet auch, dass sie sich von ganz unterschiedlichen Dingen ernähren.

Sie können direkt nebeneinander leben und sich trotzdem keine Konkurrenz machen. In der Evolution war das ein Vorteil für alle.

In der Praxis der heutigen Haustierernährung kann es die Sache kompliziert machen.

Katzen sind Carnivoren. Reine Fleischfresser.

Pferde, Kaninchen und andere Kleintiere sind Herbivoren. Reine Pflanzenfresser.

Hunde und Menschen stehen zwischen diesen Extremen. Allerdings auf unterschiedliche Weise.

Während Menschen eindeutig Ominivoren sind, also Allesfresser, haben Hunde eindeutig eine Präferenz für Fleisch. Sie können aber, mit sorgfältiger Planung, auch vegetarisch, sogar vegan ernährt werden. Von sich aus tun sie das aber nicht.

Haustierernährung: Katzen

Als reine Carnivoren sind Katzen auf tierisches Eiweiß angewiesen. Für ihren Energiebedarf brauchen sie tierisches Fett. Mit Kohlenhydraten können sie nur in sehr kleiner Menge etwas anfangen.

Wichtig für Katzen ist vor allem Taurin, eine für Katzen essentielle Aminosäure. Mäuse haben einen sehr hohen Tauringehalt. Deshalb war es für die Katzen wahrscheinlich nicht nötig, Taurin selbst herzustellen.

Haustier-Ernährung: Eine Katze sitzt vor ihrem Futternapf, inspiziert ihr Katzenfutter

Katzen brauchen spezielles Katzenfutter, wenn sie gesund bleiben sollen.
Foto: Impact Photography/Shutterstock

Da Katzenfutter selten aus Mäusefleisch besteht, muss Taurin zugesetzt sein.

Das ist einer der Gründe, warum Katzen nicht mit Hundefutter ernährt werden können. Hinzu kommt, dass Katzen von zu viel Kohlenhydraten krank werden können. Ihr Stoffwechsel ist nicht darauf ausgerichtet.

Es ist also unbedingt notwendig, Katzen mit speziellem Katzenfutter zu ernähren. Auch, wenn das teuer ist.

Als Alternative gibt es nur die Mäuse.

Haustierernährung: Pferde und andere Herbivoren

Die reinen Pflanzenfresser können sich quasi von allen Pflanzen ernähren. Während Omnivoren wie der Mensch auf Pflanzen mit eher weichen Zellwänden beschränkt sind.

Konkret heißt das vor allem, Pferd, Kaninchen und Meerschweinchen können Gras, Heu und Stroh verdauen, was wir Menschen nicht können. Gras gibt es quasi überall, sie haben also einen reich gedeckten Tisch.

Ein Pferd auf der Koppel, bringt den Futterkübel

Pferde brauchen spezielles Ergänzungsfutter, um ihren Nährstoffbedarf zu decken
Foto: Richard Juilliard/Shutterstock

Allerdings müssen sie einiges an Aufwand treiben, um das harte Futter zu verdauen. Insbesondere die Zellulose, aus der die Zellwände von Gras und anderen Pflanzen bestehen, ist eine harte Nuss.

Pferde haben zu dem Zweck vier Mägen, Kaninchen immerhin noch zwei.

Der andere Nachteil ist, dass die reinen Pflanzenfresser den ganzen Tag mit Fressen beschäftigt sind. Sie brauchen ständig kleine Portionen Futter, damit ihre Verdauung, ihr Stoffwechsel funktioniert.

Darin unterscheiden sie sich sehr stark von Hunden, Katzen und Menschen.

Haustierernährung: Hunde

Hunde werden mal als Carnivoren, mal als Omnivoren bezeichnet. Tatsache ist, dass Hunde von sich aus ein Futter bevorzugen, dass zum größten Teil, aber nicht komplett aus Fleisch besteht.

Ein Hund frisst sein Hundefutter aus einem Futternapf

Gutes Hundefutter hat eine hunde-spezifische Zusammensetzung. Es kann nicht durch Futter für andere Tiere ersetzt werden.
Foto: New Africa/Shutterstock

Es ist aber möglich, einen Hund mit pflanzlichen Proteinen zu ernähren. Und Hunde können Energie aus Kohlenhydraten gewinnen. Sie sind nicht auf Fett angewiesen wie die Katzen.

Hunde sind allerdings definitiv keine reinen Pflanzenfresser, auch wenn es möglich ist, sie vegetarisch, sogar vegan zu ernähren.

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Denn Hunde können nicht das, was die Herbivoren können. Sie können keine Zellulose spalten. Gras ist also für Hunde genauso ungenießbar wie für Katzen und Menschen.

Es kommt zwar vor, dass Hunde Gras fressen, aber dabei geht es nicht um die Ernährung.

Hunde gehen auch sonst anders mit ihrem Futter um als Pferde und andere Pflanzenfresser.

Während letztere den ganzen Tag über mehr oder weniger kontinuierlich eine kleine Portion nach der nächsten fressen, schlingen Hunde ihre Portion in kürzster Zeit hinunter.

Das ist ein natürliches Hundeverhalten. Aber viele Menschen stören sich daran. Man kann dem Hund einen Futterball geben und auf diese Weise Futter und Beschäftigung verbinden. Das ist besonders gut für Hunde, die zu Übergewicht neigen.

Haustiere füttern: Futter kaufen oder selbst zubereiten?

Wer fertiges Tierfutter kauft, das für die jeweilige Tierart vorgesehen ist, macht zumindest im Prinzip alles richtig.

Natürlich gibt es Qualitäts-und Preisunterschiede, aber das teuerste Futter ist nicht grundsätzlich das beste. Das beste Futter zu finden, ist dabei eine Wissenschaft für sich.

Je teurer das Tierfutter, umso mehr ist es auch an die Bedürfnisse von Menschen angepasst.

Wir Menschen können so viele verschiedene Dinge essen, und wir tun das auch gerne. Abwechslung ist in der menschlichen Ernährung definitiv ein Qualitätsmerkmal.

Für die Tiere gilt das nicht in dieser Weise.

Die vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, in denen Hundefutter und Katzenfutter angeboten werden, richten sich an Menschen, die Tiere brauchen das nicht.

Und wenn zum Beispiel im Katzenfutter sichtbare Erbsen oder andere Gemüsestücke sind, dann ist das auch für die Menschen. Die Katzen brauchen das Gemüse nicht, aber weil Menschen es als Qualitätsmerkmal ansehen, wird das Futter mit den Gemüsestücken bevorzugt gekauft.

Schlachtabfälle im Hunde- und Katzenfutter

In Hundefutter und Katzenfutter werden Schlachtabfälle verarbeitet. Das finden viele Tierhalter nicht so gut.

Bedenken muss man, dass sowohl Katzen als auch Hunde Räuber sind. In der Natur reißen sie Beutetiere und fressen sie. Im Ganzen, komplett. Da bleibt nichts übrig.

Auch wenn sich heutige Hunde in dieser Hinsicht weit von ihren Vorfahren entfernt haben, so spricht ihr Gebiss doch immer noch eine eindeutige Sprache. Sie können es immer noch.

Heutige Katzen haben dagegen ihren Jagdinstinkt vollständig erhalten. Eine Katze weiß, wie sie die Maus findet und was sie mit ihr machen muss. Und sie frisst die Maus komplett, mit Haut, Haaren und Knochen.

Sowohl Hunde als auch Katzen können die Haare, die Knochen und alles das, was wir Menschen als Schlachtabfälle deklarieren würden, problemlos fressen und verdauen.

Und sie tun das auch. Jedenfalls so lange das Beutetier im richtigen Größenverhältnis steht.

Die Hunde und die Katzen haben also kein Problem mit den Schlachtabfällen.

Und da die großen Nutztiere für den menschlichen Bedarf ohnehin geschlachtet werden, ist es eine gute Verwertung. Besser, als wenn die Schlachtabfälle als Müll entsorgt werden würden.

Und Fleisch für Tierfutter würde ja trotzdem noch gebraucht werden. Seitdem wir wissen, dass die großen Nutztiere auch unser Klima negativ beeinflussen, ist die vollständige Verwertung des Schlachtkörpers ein sinnvolles Ziel.

Tierfutter selbst zubereiten

Man kann natürlich das Hundefutter selbst zubereiten. BARF ist im Trend, die so gefütterten Hunde erhalten Futter bester Qualität.

Das ist viel Arbeit und deutlich teurer als fertig gekauftes Hundefutter. Aber man vermeidet die Schlachtabfälle.

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Katzen mit selbst hergestelltem Futter zu versorgen ist gleichzeitig einfacher und schwieriger. Katzen brauchen Fleisch, kein Gemüse.

Aber Katzen brauchen auch Taurin, das in keiner der normalerweise im Laden erhältlichen Fleischsorten in ausreichender Menge enthalten ist. Man muss also entweder Mäuse füttern oder Taurin als Zusatzstoff verwenden.

Anders stellt sich die Situation für die Pflanzenfresser dar.

Futter für Pferde, Kaninchen und andere Pflanzenfresser

Die Herbivoren, die reinen Pflanzenfresser, ernähren sich so komplett anders als wir Menschen, dass die Vermenschlichung bei der Futterauswahl keine so große Rolle spielt.

Es braucht Heu und Stroh, in guter Qualität. Das ist Hochgenuss für Pferde und Kaninchen, aber für Menschen ist es kein Nahrungsmittel.

Es fällt also leichter als bei Hunde- oder Katzenfutter, sich bei der Auswahl komplett von den Bedürfnissen der Tiere leiten zu lassen.

Dieses Rauhfutter ist für die Pflanzenfresser die Grundlage der Ernährung, sie brauchen ständigen Zugang dazu, bedienen sich auch über den Tag verteilt sehr oft.

Alternativ ist die Weidehaltung vor allem im Sommer eine gute Wahl.

Zusätzlich brauchen alle Pflanzenfresser Ergänzungsfutter. Denn sie werden als Haustiere gehalten, haben also keinen freien Zugang zu allem, was sie brauchen und sich aussuchen.

Energiereiches Getreide wie zum Beispiel Hafer war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Pferdeernährung. Je mehr ein Pferd arbeiten muss, umso mehr Energie braucht es auch.

Umgekehrt braucht auch ein Pferd, das nicht arbeitet, Salz und Mineralstoffe, aber dann eben besser in Kombination mit weniger energiereichem Futter.

Der Hafer kann auch an Kaninchen, aber auch an Hunde verfüttert werden. Nicht an Katzen.

Verbreiteter als Hafer sind heute Fertigfuttermischungen, die auf die Bedürfnisse verschiedener Lebenssituationen angepasst sind.

Es ist sinnvoll, dieses Pferdefutter zu kaufen, statt es selbst anzumischen.

Diese Mischungen sind dann auch speziell für Pferde, speziell für Kaninchen oder welche Tierart gerade angesprochen wird. Es wird davon abgeraten, andere Tiere damit zu füttern.

Sowohl Pferde als auch Kaninchen freuen sich daneben über Äpfel und diverse Gemüsesorten, möglichst frisch.

Auch Pferde in Weidehaltung brauchen dieses Ergänzungsfutter. Denn sie sind in ihrer Futterauswahl beschränkt auf das, was innerhalb ihrer Koppel wächst. Sie können nicht nach den Kräutern, nach Salz, und was sie sonst noch brauchen, suchen.

Was, wenn der Hund das Katzenfutter stibitzt, was, wenn das Kaninchenfutter alle ist?

Im Normalfall sollte also jede Tierart das zu ihr passende Futter bekommen. Aber Ausnahmen sind meistens keine Katastrophen.

So kommt es immer wieder vor, dass Hunde sich am Katzenfutter bedienen, egal, wie viel Mühe man sich gibt, um das zu verhindern.

Katzenfutter ist für Hunde nicht giftig. Aber es enthält zu viel Eiweiß, sollte also nicht anstelle von Hundefutter gefüttert werden.

Aber wenn der Hund gelegentlich mal ein Stückchen Katzenfutter als Leckerli bekommt oder sich nimmt, ist das zumindest für den Hund in Ordnung.

Umgekehrt ist Hundefutter für Katzen keine gute Option. Sie werden es auch eher nicht klauen. Wenn es doch mal vorkommt, ist das auch nicht so schlimm.

Aber Katzen brauchen Taurin, das im Hundefutter nicht drin ist. Und Katzen vertragen nur geringe Mengen Kohlenhydrate. Davon sind meistens zu viele im Hundefutter.

Pferde, Kaninchen und andere Pflanzenfresser können Hafer als Ergänzung bekommen. Dieser Hafer ist auch für Hunde gut. Nicht als Alleinfuttermittel, aber als Ergänzung.

Das ist zum Beispiel eine Option, wenn das Hundefutter alle ist, aber noch Katzenfutter da ist. Gemischt mit Haferflocken wird eine brauchbare Hundemahlzeit daraus.

Das Ergänzungsfutter für Pferde und das Ergänzungsfutter für Kaninchen und andere Kleintiere ist nicht so unterschiedlich. Man kann den Kaninchen mal etwas vom Pferdefutter überlassen. Aber eben auch nur im Notfall.

Insgesamt gelingt die Haustier-Ernährung umso besser, je weniger wir unsere Tiere vermenschlichen. Das fällt bei Hunden und Katzen besonders schwer.

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Beitragsbild:Vivienstock/Shutterstock